Mein erstes Auto

Hier seht ihr mein über alles geliebtes hellblaues Baby, von dem ich mich im März 2009 leider trennen musste.

R.I.P.


Marke: Peugeot
Modell: 106
Ausstattung/
Specials:
3-Türer, Schiebedach, JVC MP3-Radio, Kenwood Boxen in Hutablage, getönte Scheiben, blaue Einstiegsleisten, blaue Innenbeleuchtung, Tribal auf Motorhaube und Kofferraum, Kofferraumstaufach
Baujahr: 1995
Farbe: Samoablau



Abschiedsbrief/Lebensgeschichte:


Mein über alles geliebtes hellblaues Baby,
Heute müssen wir uns leider voneinander verabschieden. Es tut weh - aber das wissen wir beide -, es gibt kein Zurück.
Ein Grund um unsere gemeinsame Zeit ein mal Revue passieren zu lassen.
Im Herbst 2003 haben wir uns über eine Kontaktanzeige in der Heusenstammer Stadtpost kennen gelernt. Das erste Treffen ließ nicht lange auf sich warten und dann "PENG", es war Liebe auf den ersten Blick. Wie du mir , in der warmen Herbstsonne stehend, in deinem hellblauen, pardon "samoablauen" Anzug, mit deinen glasklaren Augen und deinem verschmitzen Lächeln zuwinktest, da war es schon um mich geschehen.
Nach einer kleinen Spazierfahrt mit dir war mir klar, dass wir füreinander bestimmt sind. Du warst mir die 2.500 € sowas von Wert.
Ab da fing eine tolle Zeit für uns an, wir haben einige tolle Ausflüge unternommen und hatten unseren Spaß.
Im Jahr 2005 kam es dann, wie es kommen musste, du hattest wohl die Midlife-Crisis. Naja warst mit deinen 10 Jahren ja auch nicht mehr der Jüngste. Also bekamst du zur Aufmunterung ein paar neue Sonnenbrillen, einen LED-blauen Heiligenschein der dich umgab, ein Arschgeweih und noch ein zweites Tattoo auf deine Stirn.
Wohl aus Übermut warst du in diesem und dem Folgejahr öfters krank, aber wir gaben nie die Hoffnung auf und so wurdest du immer wieder gesund.
Januar 2007 dann der große Schock. Wir wollten abends eigentlich nur kurz in die City fahren als es passierte. "BOOOOOM", ein böser Auffahrunfall, der dich fast das Leben kostete. Dein Gesicht völlig eingedrückt und entstellt. Es stand sehr sehr ernst um dich. Einige Ärzte hatten dich schon fast abgeschrieben. Doch ich habe nicht die Hoffnung aufgegeben. In einer Notoperation wurdest du wieder geradegebogen und zusammengeflickt. Leider musste dabei dein Stirn-Tattoo, was ich so an dir liebte, dran glauben. Nach drei Wochen Krankenhaus hatte ich dich dann endlich wieder an meiner Seite und wir erlebten bis heute noch zwei tolle Jahre. Jetzt haben wir März 2009, und du stehst mit deinen 14 Jahren und 138.000 km aufm Buckel am Ende deines Lebens. Gerade im Januar hatte Dr. TÜV dich noch von einer schweren Erkältung geheilt. Die Therapie hat wieder einige Euros verschlungen. Im Moment geht es dir deshalb wieder ganz gut, aber man soll das Glück ja bekanntlich nicht überstrapazieren. Deswegen schicke ich dich lieber jetzt, gerade noch einmal frisch gewaschen und abgesaugt, in einen ehrenvollen Tod ohne viele Schmerzen. Dass ich für die Sterbehilfe 2.500 € vom Staat bekomme ist nur ein kleiner Trost um über den schweren Verlust hinwegzukommen.
Aber habe keine Angst um mich, ich habe bereits jemanden gefunden, der dich - wenn auch nicht bis ins kleinste Detail – ersetzen kann. Er heißt Aygo, trägt einen graphitblauen Anzug und ist ein junger und äußerst hübscher Kerl.
Du brauchst dir also keine Sorgen um mich zu machen, ich bin gut aufgehoben.
So, jetzt ist der Moment des "Tschüss-Sagens" gekommen. Ich werde versuchen nicht zu weinen.
Ich werde dich, unsere gemeinsame Zeit und unsere tiefe Liebe zueinander nie vergessen.
Deine, dich liebende Fahrzeughalterin
PS.: Wenn dich einer im Autohimmel anstatt "blau" als "grün" bezeichnen sollte, schicke mir eine Botschaft und ich werde ihm aufs Maul hauen ;)